Schritt für Schritt zu mehr Digitalität in der Kunsthalle Göppingen

Referentin: Eva Paulitsch

11:10 Uhr, 21.2.24

Hospitalhof mit Online-Übertragung

Darum geht's

Die Kunsthalle Göppingen verfolgt seit vier Jahren eine eigene Digitalstrategie. Mit den Kunstrezepten® – einminütigen Videos, die künstlerische Methoden in einfachen Schritten zeigen und auf ästhetische und prägnante Weise veranschaulichen – wurde 2021 gestartet. Als Folgeprojekt wurde Kunstrezepte® 3D entwickelt. Hier wurde die Brücke von den zweidimensionalen Videos zu einer 3D-Interaktion geschlagen.

Der neueste Baustein ist ein digitaler Spiel-, Lern- und Experimentierraum, der Zugang in die virtuelle Kunsthalle zu eigens hierfür erstellten Augmented Reality und Virtual Reality-Inhalten bietet. Im sogenannte Playground können Besuchende mit VR-Brillen und Tablets, begleitet von Digitallots*innen die virtuelle Kunsthalle entdecken.

Das Museumsangebot im realen Raum wird mit Online-Elementen im virtuellen Raum verknüpft: Doch was ist anregend? Wie kann es gelingen alle im Team mitzunehmen?

Eva Paulitsch erzählt in ihrem Praxisbericht über die Herausforderung, sinnvoll und konsequent an geförderte Projekte anzuschließen und darauf aufzubauen. 

Die Referentin

Seit 2019 ist Eva Paulitsch als Kuratorin für zeitgenössische Kunst und kunstpädagogische Vermittlung an der Kunsthalle Göppingen tätig.

Sie war 20 Jahre lang freischaffende Künstlerin im nationalen und internationalen Kontext, nachdem sie ihr Studium der Freien Kunst im Fachbereich Glasgestaltung und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Johannes Hewel abgeschlossen hatte.

Zusammen mit Uta Weyrich hat sie ein weltweit einzigartiges Handyvideoarchiv aufgebaut. Das Mobile Video Archive besteht aus persönlich auf der Straße gesammelten Handyvideos von Jugendlichen. Das zehnjährige Projekt veranschaulichte die künstlerischen Potenziale von Jugendlichen und verortete diese in den Kunstkontext.

In ihrer gesamten beruflichen Laufbahn als Künstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin steht für sie der Dialog von Menschen und Kunst im Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns: Im Rahmen des Projekts Kunst findet statt, einem partizipativen Projekt auf dem Göppinger Marktplatz, sind tausend Bürger*innen durch ein gemeinsames ästhetisches Erlebnis in den Dialog getreten.

"Digitale Tools und neue Anwendungsmöglichkeiten im Metaverse und der KI eröffnen dem Museum neue Erzählräume. Um diesen Prozess nachhaltig gestalten zu können, braucht es erweiterte Gelingensbedingungen wie entsprechende finanzielle Förderung und Empowerment der verantwortlichen Akteur*innen."